Programm - Eintritt frei

"Zur Ästhetik der Künste: Kunst und Design im Spannungsfeld zwischen ästhetischen Werten und bloßem Zweck"

Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg

Termine der monatlichen Vortragsreihe:
22.10.09 | 26.11.09 | 10.12.09 | 21.01.10 | 11.02.10

Beginn 19 Uhr, Eintritt frei

Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe im Neuen Museum in Nürnberg steht die Frage nach der Verbindung von ästhetischen Werten und Design. Das heißt: Sollen und können auf Designobjekte dieselben ästhetischen Werte und Normen Anwendung finden wie auf Kunstwerke? Dies träfe u.a. dann zu, wenn keine prinzipiellen Unterschiede zwischen Kunstwerken und Designobjekten bestehen würden. Eine These, die gerade im Kontext der bewusst interdisziplinär angelegten Präsentationen von freier und angewandter Kunst im Neuen Museum in Nürnberg spannend erscheinen muss.

Aus unterschiedlichen Blickwinkeln werden sich die fünf Vorträge mit der übergeordneten Frage nach den zutreffenden ästhetischen und kunsttheoretischen Kategorien und Denkfiguren für Kunst und Design auseinandersetzen.
Zur Diskussion steht einerseits die Annahme des Funktionalismus (Nützlichkeit) von Designgegenständen als oberstes Primat, dem alle anderen ästhetischen Werte untergeordnet sind sowie die dem Funktionalismus entgegengesetzte Position, die dem Design nur den Zweck zuspricht, Verkaufsanreiz für an sich überflüssige oder überteuerte Produkte zu sein. In diesen Zusammenhang gehört ferner auch die Frage nach der Rolle von Emotionen in der Kunst, insbesondere im Design.


Programm:

22.10.09, 19:00 Uhr :
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Ludwig-Maximilians-Universität München:
Eröffnung und Vorstellung des Gesamtprojekts Philosophie:Kunst 2009-2011

Prof. Dr. Jakob Steinbrenner, Ludwig-Maximilians-Universität München:
"Wann ist Design?"

26.11.09, 19:00 Uhr :
Prof. Dr. Christian Demand, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg:
"Haltung! Wie viel Ethos braucht Design?"

10.12.09, 19:00 Uhr :
Prof. Dr. Sabine Döring, Eberhard-Karls-Universität Tübingen:
"Ästhetischer Wert und emotionale Erfahrung"

21.01.10, 19:00 Uhr :
Dr. Catrin Misselhorn, Eberhard-Karls-Universität Tübingen:
"Zur ästhetischen Erfahrung von Kunst und Design"

11.02.10, 19:00 Uhr :
Prof. Dr. Rainer Schönhammer, Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle:
"Design = Kitsch?"

 

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"Kontextarchitektur"

Sprengel Museum Hannover
Tagung am 27. März 2010, 10 bis 19 Uhr


Im Zentrum der Tagung steht die Frage nach den Anforderungen an eine Architektur für den musealen Raum.
Zwei Fragen schließen sich an diese an:
(1) In was für einen Kontext stellt die Architektur die ausgestellte Kunst?
(2) In welchem Kontext steht die museale Architektur selbst?

Eine Antwort auf Frage (1) setzt eine Klärung dessen voraus, was unter musealem Raum und seiner tatsächlichen Funktion zu verstehen ist und inwieweit hier die Idee des Museums als Archiv fruchtbar gemacht werden kann. Eine daran anschließende Frage lautet, ob diese Funktion an der Museumsarchitektur „ablesbar“ sein muss und die Architektur in diesem Sinne eine repräsentationale Funktion hat. Wenn dem so ist, stellt sich umso dringender die Frage, auf welche Weise der Neubau auf die vorhandene Architektur und soziale Strukturen eingehen sollte. Für viele Museumsneubauten – und somit auch für den geplanten Neubau des Sprengel Museums – heißt dies, danach zu fragen, wie die neue Architektur auf das bereits existierende Museumsgebäude reagiert und in dieses eingreift.

Versucht man, Antworten auf diesen Fragenkomplex zu finden, kommt man nicht daran vorbei, prinzipiell nach dem Status von Architektur zu fragen: Ist jedes Bauwerk Architektur? Ist jedes architektonische Werk notwendig abhängig von seinem Kontext? Ist der Plan oder das realisierte Bauwerk das architektonische Werk? Bemisst sich der Wert der Architektur an ihrer Funktionstauglichkeit?


Referenten:

Dr. Christoph Baumberger, ETH Zürich:
"Kunst aktiviert Kunst: Zu den Funktionen der Museumsarchitektur"

Prof. Wilfried Kuehn, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe:
"Kontextkonstruktion"

Dr. Niklas Maak, Frankfurter Allgemeine Zeitung:
"Das Museum als Gegenstadt. In der Krise des Ausstellens: Wie kann ästhetische Erfahrung stattfinden?"


Dr. Eberhard Ortland, Universität Hildesheim:
"Jenseits von Ikone und Schneckenhaus: Museumsarchitektur im Kontext des Kunstsystems"

Prof. Dr. Ulrich Winko, FH München:
"Erinnerungskultur und Inszenierung: Ästhetik und architektonische Formen des musealen Raums"

 

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"Echte Kunst? Zum ästhetischen Status von Original, Kopie und Fälschung"

Staatliches Museum Schwerin – Kunstammlungen, Schlösser und Gärten
Tagung am 13. Juni 2010, 10 bis 19 Uhr


Warum wollen wir im Allgemeinen das Original und nicht die Kopie oder die Fälschung sehen? Würde eine perfekte Kopie oder Fälschung nicht genauso unseren Ansprüchen genügen können? Welche Eigenschaften sind es also, die wir glauben, bei der Kopie oder der Fälschung nicht zu finden?
Eine Kernfrage ist demnach die nach den wesentlichen Eigenschaften eines Kunstwerks, von denen anzunehmen ist, dass sie Kopien oder Fälschungen nicht besitzen.

Die geplante Tagung wird versuchen, auf das komplexe Thema Original-Kopie-Fälschung unter besonderer Berücksichtigung der Bildenden Kunst Antworten zu finden. Dies schließt gegebenenfalls ein, danach zu fragen, wie sich Werke der Bildenden Kunst von Werken anderer Kunstgattungen unterscheiden.

Referenten:


Prof. Dr. Jens Kulenkampff, Universität Erlangen-Nürnberg:
"Nelson Goodman über Original und Fälschung"

Prof. Dr. Maria Reicher, Universität Aachen:
"Vom wahren Wert des Echten und des Falschen"

Prof. Dr. Reinold Schmücker, Westfälische Wilhelms-Universität Münster:
"Lob der Fälschung"

Prof. Dr. Wolfgang Ullrich, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe:
"Gurskyesque: Das Web 2.0, das Ende des Originalitätszwangs und die Rückkehr des nachahmenden Künstlers"

Prof. Dr. Lars Blunck, Technische Universität Berlin
"'Kult der Echtheit', oder: Wann ist ein Original? Zur Konfusion von Original und Kopie seit Marcel Duchamp"

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"Was bitte schön soll vermittelt werden? Überlegungen zur Aufgabe und Rolle der Kunstvermittlung in den Medien"

Museum Villa Stuck, München
Tagung am 29. Januar 2011


Dass die Gegenwartskunst immer unverständlicher würde, ist ein wiederkehrender Gemeinplatz unserer Zeit. Ob dem so ist? - eine schwer zu klärende Frage. Auffallend ist aber, dass der Vorwurf der Unverständlichkeit sich zumeist an die Kunst und ihre Produzenten richtet und weit seltener an ihre Vermittler. Von diesen wird vielmals eher eine Wertung denn eine Erklärung erwartet. Die Erklärung zur Wertung wird goutiert oder verworfen, aber die Frage nach den Standards von Erklärung und Wertung bleibt ein eher randständiges Thema auf dem nur schwer überschaubaren Terrain des aktuellen Kunstdiskurses.
In der Tagung soll dieser Frage aus der Perspektive der Kunstkritik, Kunstwissenschaft und Philosophie nachgegangen werden.


Grußwort von Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers und Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin.

Referenten:

Prof. Dr. Gottfried Gabriel, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Prof. Dr. Isabelle Graw, Städelschule für Bildende Kunst Frankfurt a.M.

Holger Liebs, Kunstmagazin "Monopol", Berlin

Prof. Dr. Karlheinz Lüdeking, Universität der Künste Berlin

Prof. Dr. Oliver R. Scholz, Westfälische Wilhelms-Universität Münster


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"Fotografie zwischen Dokumentation und Inszenierung"

Kunstmuseum Bonn
Tagung am 0
7. Juli 2011

Ungeachtet aller Bildbearbeitungsprogramme hat auch heute noch die Fotografie eine andere Stellung als die meisten anderen Bilder. Fotografien werden nicht nur in Gerichtsverfahren als Zeugnisse behandelt, sie gelten in den verschiedensten Bereichen als Beweise für die unterschiedlichsten Sachverhalte, die sie darstellen. Damit soll natürlich nicht geleugnet werden, dass Fotografien häufig verzerren, verschönern und dazu eingesetzt werden, den Betrachter zu täuschen. Das ist aber nur die eine Seite der Inszenierung durch Fotografien.
Die andere Seite ist die Inszenierung für die Fotografie. Dinge, Personen Ereignisse werden inszeniert, damit sie fotografiert werden und somit Bilder dieser Inszenierung entstehen. In der Kunst werden diese beiden Strategien der Inszenierung beispielhaft von Jeff Wall und Thomas Demand durchgeführt. Wall setzt aus Einzelteilen und inszenierten Ereignissen Bilder zusammen und Demand inszeniert Scheinräume, die Vorlagen für seine Fotografien sind.
Auf der anderen Seite stehen Fotografen, die ihre Arbeit als Dokumentation von den unterschiedlichsten Ereignisse, Personen etc. verstehen. Wenn diese beiden Arten der Fotografie vielleicht auch nur ihre äußersten Pole sind, stellt sich gleichwohl die Frage, inwieweit jede Fotografie Inszenierung und Dokumentation zugleich ist.

In der Tagung "Fotografie zwischen Dokumentation und Inszenierung" im Kunstmuseum Bonn sollen internationale Kunstphilosophen und Kunstwissenschaftler Modelle für die Fotografie unserer Zeit entwickeln, die erlauben, die unterschiedlichen Strategien zu erklären.

Referenten:
Prof. Dr. Dominic McIver Lopes, University of British Columbia

Prof. Dr. Klaus Sachs-Hombach, Technische Universität Chemnitz

Jeff Wall, Vancouver (angefragt)

Prof. Dr. Kendall L. Walton, University of Michigan

Prof. Dr. Michael Wetzel, Universität Bonn


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